Berechnungsbeispiel Holzbalkendecke
1. System, Bauteilmaße
Holzbalkendecke als Einfeldträger
Balkenabstand: e = 62,5 cm
Material: Konstruktionsvollholz KVH®, C 24
2. Charakteristische Einwirkungen
Ständig (Eigenlasten) gk = 1,75 kN/m²
Veränderlich (Nutzlast einschl. leichte Trennwand) qk,N = 2,80 kN/m²
Lastfallkombinationen für Tragfähigkeitsnachweise
| Nr. | Kombination | Kombinationsregel | Bemessungswert | KLED | kmod |
|---|---|---|---|---|---|
LK 1 | g | 1,35 · gk | Σqd = 2,36 kN/m² | lang | 0,60 |
LK 2 | g + p | 1,35 · gk + 1,5 · qk | Σqd = 6,56 kN/m² | mittel | 0,80 |
Maßgebend ist eindeutig LK 2, die weiterverfolgt wird.
3. Festigkeits- und Steifigkeitseigenschaften C 24
Bemessungswerte der Beanspruchbarkeit
4. Beanspruchungen - Schnittgrößen und Auflagerreaktionen
Schnittgrößen pro Balken (e = 62,5 cm)
Charakteristische Auflagerreaktionen für die maßgebende LK 2:
5. Vorbemessung
Erforderliches Widerstandsmoment:
Wy,req = Md / fm,d = 10,38 · 10³/ 14,8 Wy,req = 701 cm³
6. Nachweise im Grenzzustand der Tragfähigkeit
Bemessungswert der Biegespannung:
σ m,y,d = Md / Wy = 10,38 / 768 · 10³
σ m,y,d = 13,5 N/mm²
Nachweis:
| σm,y,d | = | 13,5 | = 0,91 < 1 |
| ƒm,d | 14,8 |
Bemessungswert der Schubspannung:
τ d = 1,5 · Vd / A = 1,5 · 9,23 / 192
τ d = 0,72 N/mm²
Nachweis:
| τd | = | 0,72 | = 0,59 < 1 |
| ƒv,d | 1,23 |
7. Nachweise im Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit
Nach DIN 1052, Abschnitt 9.2 sind die drei nachfolgenden Fälle zu untersuchen, die hier jeweils für nur eine veränderliche Einwirkung aufgeführt sind:
a) Beschränkung der Durchbiegung infolge veränderlicher Lasten (Anfangsdurchbiegungen ohne Kriecheinflüsse):
wQ,inst = wQ,1,inst + χ0,2 · wQ,2,inst ≤ l/300
b) Beschränkung der Enddurchbiegung mit Kriecheinflüssen infolge sämtlicher Belastungen ohne Berücksichtigung der Anfangsdurchbiegung:
wfin – wG,inst = wG,inst (1 + kdef) + wQ,1,inst (1 + y2,1 · kdef) – wG,inst ≤ l/200
c) Durchbiegungsbeschränkung in der quasi-ständigen Bemessungssituation zur Sicherstellung der allgemeinen Benutzbarkeit und des Erscheinungsbildes:
wfin – w0 = wG,inst (1 + kdef) + wQ,1,inst · y2,1 (1 + kdef) – w0 ≤ l/200
Berechnung der Durchbiegungen
E0,mean · Iy = 1.100 · 9.216 = 10,14 · 106 kNcm²
wG,fin = wG,inst (1 + kdef) = 0,58 · (1 + 0,6) = 0,928 cm
Durchbiegungsnachweise
Fall a) wQ,inst = 0,92 cm = l/489 < l/300
Fall b) wfin – wG,inst = 0,58 (1 + 0,6) + 0,92 (1 + 0,3 · 0,6) – 0,58 = 1,43 cm = l/313 < l/200
Fall c) wfin – w0 = 0,58 (1 + 0,6) + 0,92 · 0,3 (1 + 0,6) - 0 = 1,37 cm = l/329 < l/200
Vereinfachter Schwingungsnachweis
(Beschränkung der Durchbiegung infolge quasi-ständiger Einwirkung auf w = 6 mm gemäß DIN 1052, Abschnitt 9.3):
w = wG,inst + c2 · wQ,inst = 0,58 + 0,3 · 0,92 = 0,86 cm
w = 8,6 mm > 6 mm (Nachweis nicht eingehalten)
Möglichkeit 1:
Erhöhung des Trägheitsmoments bzw. der Balkenbreite um 8,6/6 · 100 = 43 %.
Ergebnis aus Bemessungstabelle Einfeldträger, e=62,5 cm:
für Bemessungskriterium B: erf b/h = 12/24 cm
Möglichkeit 2:
Es wird empfohlen einen genauen Schwingungsnachweis zu führen, bei dem wirtschaftlichere Ergebnisse zu erwarten sind. Entsprechende Nachweisverfahren sind z. B. in den „Erläuterungen zu DIN 1052:2004-08“ [1] enthalten.







