Eigenschaften

Konstruktions­vollholz KVH®

KVH® wird standardmäßig aus Fichtenholz hergestellt. Verfügbar sind auch die Holzarten Tanne, Kiefer, Lärche und Douglasie. Weitere Nadelhölzer sind gemäß DIN EN 15497 oder DIN EN 14081-1 für die Herstellung von KVH® erlaubt, aber nicht gebräuchlich.

Fichte Fichte
(Picea abies)
Farbe, Maserung gelblich-weiß, nachdunkelnd gelblich-braun, sowohl im Splint- wie im Kernholz markante Fladerung bildend
Rohdichte
(kg/m3)
(330) – 470 – (680)
Einsatzbereiche siehe DIN 68800-1
Stehvermögen mäßig schwindend, lange Feuchtigkeitswechselzeiten, nach der Trocknung i. Allg. gutes Stehvermögen
Besonderheiten häufigstes Nadelholz in Mitteleuropa

Tanne Tanne
(Abies alba)
Farbe, Maserung gelblich-weiß bist fast weiß, markante Fladerung bildend, ohne Kernfärbung
Rohdichte
(kg/m3)
(350) – 450 – (750)
Einsatzbereiche siehe DIN 68800-1
Stehvermögen mäßig schwindend, gutes Stehvermögen
Besonderheiten frisch tannenspezifischer Geruch, der mit Trocknung verschwindet, Nasskernbildung

Kiefer Kiefer
(Pinus silvestris)
Farbe, Maserung deutliche Farbkernbildung, Splintholz gelblich-weiß bis rötlich-weiß, Kernholz rötlich-gelb, nachdunkelnd rötlich-braun, dekorativ
Rohdichte
(kg/m3)
(330) – 520 – (890)
Einsatzbereiche siehe DIN 68800-1
Stehvermögen wenig schwindend, gutes Stehvermögen
Besonderheiten starke Bläuegefahr, Splint leicht imprägnierbar, bei hohem Harzgehalt sind Bearbeitung und Oberflächenbehandlung erschwert.

Lärche Lärche
(Larix decidua)
Farbe, Maserung deutliche Farbkernbildung, Splintholz hellgelb bis rötlich-gelb, Kernholz rötlich-braun bis rötlich-rot, intensiv rotbraun nachdunkelnd, dekorativ
Rohdichte
(kg/m3)
(440) – 590 – (850), schwerstes heimisches Nadelholz
Einsatzbereiche siehe DIN 68800-1
Stehvermögen mäßig schwindend, i. Allg. gutes Stehvermögen, neigt zu Rissbildung
Besonderheiten relativ säurebeständig

Douglasie Douglasie
(Pseudotsuga menziesii)
Farbe, Maserung deutliche Farbkernbildung, weiß bis gelblich-grau, Kernholz hellgelblich-braun bis rotbraun, am Licht deutlich nachdunkelnd, dekorativ
Rohdichte
(kg/m3)
(500) – 650 – (700)
Einsatzbereiche siehe DIN 68800-1
Stehvermögen gutes Stehvermögen, wenig schwindend
Besonderheiten hartes, eher sprödes Nadelholz

Für die Herstellung von Konstruktionsvollholz KVH® dürfen nach DIN EN 15497 verschiedene Klebstoffe eingesetzt werden. Die Verklebung erfolgt heute aber ausschließlich mit feuchtevernetzenden Einkomponenten-Polyurethanklebstoffen (PUR) und Melaminharzklebstoffen (MUF). Der Vorteil dieser Klebstoffe liegt in der schnellen Aushärtezeit und den transparenten Klebefugen. Hersteller von KVH® verwenden in der Regel nur einen Klebstofftyp.

PUR-Klebstoffe sind formaldehydfrei, MUF-Klebstoffe enthalten nur geringe Mengen Formaldehyd.

Die Klebstoffe sind sehr unempfindlich gegenüber chemischen Einflüssen.

Die Klebstofffugen sind sehr dünn (ca. 0,1 – 0,3 mm). Der prozentuale Klebstoffanteil im Produkt liegt damit bei Bruchteilen eines Volumenpromilles.

Konstruktionsvollholz KVH® wird in Vorzugsquerschnitten gemäß nachfolgender Tabelle produziert. Es wird, abhängig von der Oberflächenklasse, gehobelt und gefast bzw. egalisiert und gefast. Es ist in Standardlängen bis 13 m lieferbar. Größere Längen (Sonderlängen) sind auf Anfrage lieferbar.

Höhe (mm) 100 120 140 160 180 200 220 240
60
80
100
120
140
  • Auf Querschnitte mit einer Breite von mehr als 140 mm wurde aus Gründen der technischen Trocknung verzichtet.
  • Die Tabelle erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie soll lediglich eine Orientierungshilfe sein, um die Anzahl unterschiedlicher Querschnitte abschätzen zu können.
  • Vorzugsquerschnitte für andere Holzarten auf Anfrage.
  • Vorzugsquerschnitte in Sichtqualität auf Anfrage.

KVH® wird gemäß der Vereinbarung über KVH® in der Festigkeitsklasse C24 angeboten. Auf Anfrage sind auch die Festigkeitsklassen C18 und C30 verfügbar.

Kennwerte von keilgezinktem Vollholz ausgewählter Festigkeitsklassen für die Bemessung nach DIN EN 1995-1-1:2012-12 und DIN EN 1995-1-1/NA 2013-08 a)

Festigkeitsklasse C18 C24 C30
Festigkeitskennwerte in N/mm²
Biegung fm,k a) 18 24 30
Zug parallel ft,0,k b) 11 14 18
Zug rechtwinklig ft,90,k 0,4 0,4 0,4
Druck parallel fc,0,k 18 21 23
Druck rechtwinklig fc,90,k 2,5 2,7 2,7
Schub infolge Querkraft und Torsion fv,k c) 2,0 2,0 2,0
Steifigkeitskennwerte in N/mm²
Elastizitätsmodul parallel zur Faser E0,mean d) 9.000 11.000 12 000
Elastizitätsmodul parallel zur Faser E0,05 6.000 7.400 8.000
Elastizitätsmodul quer zur Faser E90,mean 300 370 400
Schubmodell Gmean c) d) 560 690 750
Rohdichtekennwerte in kg/m²
Rohdichte Pk 320 420 460
Pmean 380 420 460

a) Die hier gezeigten Werte wurden daher DIN EN 338:2016-07 entnommen.

b) Bei Vollholz mit Rechteckquerschnitt und einer Rohdichte pk < 700 kg/m3 darf für Querschnitthöhen bei Biegung und Querschnittbreiten bei Zug von h <150 mm der charakteristische Festigkeitswert mit dem Beiwert kh = min. {(150/h)0,2/1,3} multipliziert werden, siehe DIN EN 1995-1-1:2010-12, 3.2 (3). Dabei ist für auf Zug beanspruchte Bauteile unter Querschnittsbreite die größte Querschnittsabmessung gemeint, siehe DIN EN 1995-1-1/NA 2013-08, NCI Zu 3.2 (3).

c) Die charakteristische Rollschubfestigkeit fR,k darf für alle Festigkeitsklassen zu 1,0 N/mm² in Rechnung gestellt werden. Der zur Rollschubfestigkeit gehörende Schubmodul darf mit Gmean = 0,1 Gmean angenommen werden.

d) Es gilt G05 = 2/3 Gmean, siehe auch DIN EN 1995-1-1/NA:2013-08, NCI Zu 3.2 (NA.7).

KVH_Tabellen_KVH-Kennwerte_250703

Für Nachweise des Feuchte-, Holz- und Brandschutzes können i. d. R. die nachfolgenden Kennwerte angesetzt werden.

Technische Eigenschaften

Technische Eigenschaften

Holzfeuchte um 15 % ± 3 %
Rechenwert der Quell- und Schwindmaße 0,24 % pro 1 % Holzfeuchteänderung
Baustoffklasse nach DIN EN 13501-1
bzw. DIN 4102-1
D-s2, d0
bzw. B2 (normal entflammbar)
Berechnungsgewicht inklusive Gewicht für kleine Stahlverbinder und Verbindungsmittel 5 kN/m³
Rechenwert der Wärmeleitfähigkeit λ 0,13 W / (mK)
Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl µ 40

Die natürliche Dauerhaftigkeit gegen biologischen Pilzbefall entspricht – unabhängig vom verwendeten Klebstoff – der natürlichen Dauerhaftigkeit der jeweiligen Holzart.

Holzbauten können bei entsprechender Planung aufgrund der leichten Bearbeitbarkeit des Materials und der geringen Gewichte sehr gut zurückgebaut werden.

Bauteile aus KVH können, ggf. nach Aufarbeitung z.B. durch Schleifen oder Hobeln mit gleichen oder geringeren Abmessungen wiederverwendet werden. Die Bauteile können zu Brettern aufgetrennt als Rohstoff für neue geklebte Produkte verwendet werden. Aus Hackschnitzeln aus gebrauchten Hölzern können Holzwerkstoffe oder Holzfaserdämmstoffe produziert werden.

Holz verbessert das Raumklima, weil es Luftfeuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann. Das Haus „atmet“, riecht gut und kommt dank des konstruktiven Holzschutzes ohne vorbeugenden chemischen Holzschutz aus.

Der Klebstoffanteil in KVH ist sehr gering. Es kommen formaldehydfreie Klebstoffe oder Klebstoffe mit einem sehr geringem Formaldehydanteil zum Einsatz. Die Formaldehydemission aus keilgezinktem Vollholz liegt erheblich unter den Grenzwerten nach REACH-Verordnung und klingt mit der Zeit noch weiter ab.